Kurzbeschreibung
Janine Christina Maegraith
Das Zisterzienserinnenkloster Gutenzell
Vom Reichskloster zur geduldeten Frauengemeinschaft
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Titel
Abstract in english
Janine Christina Maegraith:
Das Zisterzienserinnenkloster Gutenzell.
Vom Reichskloster zur geduldeten Frauengemeinschaft
Am Beispiel Gutenzells werden hier auch allgemeinere Fragen untersucht, wie die nach der Rolle und dem Selbstverständnis der Konvente von Frauenklöstern oder nach der Auswirkung der Säkularisation auf die konkrete Lebenssituation von Klosterfrauen. Die traditionelle lostergeschichte wird dabei durch die Untersuchung der Aspekte Geschlecht, Stand und Raum ergänzt.
Die Autorin beginnt mit einem Überblick über die Stellung der Zisterzienserinnen innerhalb des Ordens und über die Geschichte des Klosters Gutenzell von seiner Gründung bis zum Tod der letzten Konventualin 1851. Der Focus richtet sich dabei besonders auf das Kloster als Lebens- und Handlungsraum.
Im zweiten Teil werden die Hauptaspekte des Selbstverständnisses von Kloster Gutenzell analysiert: Dabei gibt die Sozialgeschichte der Laienschwestern und Konventsfrauen einen Einblick in den sozialen Mikrokosmos des Konvents.
Im Rahmen der Analyse von Herrschaft und Jurisdiktion wird die lange Auseinandersetzung mit Kloster Salem betrachtet.
Das Selbstverständnis als Frauenzisterze spiegelt sich in den Visitationen. Die Klosterchronik zeigt die Bedeutung der klösterlichen Tradition.
Der dritte Teil behandelt die Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1851. Auf der Basis einer ungewöhnlich dichten Quellenlage läßt sich ein detaillierter Einblick in den Alltag des Konvents gewinnen: in die wirtschaftlichen Verhältnisse vor der Säkularisation, in den Besitztransfer von 1803, die Anpassung des Konvents an die neuen Umstände, die Etablierung der neuen Situation und schließlich das langsame Aussterben des Konvents.
Die abschließende Beschreibung der Klosterapotheke und ihrer Apothekerinnen dient als besonders augenfälliges Beispiel von klösterlicher Kontinuität und verdeutlicht gleichzeitig den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, der sich nach 1803 und endgültig bei der Schließung der Klosterapotheke 1839 vollzog, als den Frauen nach der Auflösung des Klosters auch noch die Möglichkeit genommen wurde, als Apothekerinnen zu wirken.
Die Einbeziehung der Aspekte Geschlecht, Stand und Raum in die Untersuchung ermöglicht – am Beispiel Gutenzells – neue Erkenntnisse zur Säkularisation und zu deren Wirkung auf Frauenkonvente. So zeigt sich für die Zeit vor 1803 ein überraschend großer Handlungsraum für Konventsfrauen und Laienschwestern. Dies und ihr bis dahin beachtliches Selbstbewusstsein verdeutlichen das ganze Ausmaß des Verlustes, den die Klosterfrauen durch die Säkularisation erlitten – ohne dass ihnen dafür eine Alternative geboten worden wäre. Die Zäsur von 1803 veränderte nicht nur die religiöse und politische Landschaft vor allem des deutschen Südwestens, sondern auch die Beziehungen zwischen den Geschlechtern.
Janine Christina Maegraith
Das Zisterzienserinnenkloster Gutenzell
Vom Reichskloster zur geduldeten Frauengemeinschaft
ISBN: 3-928471-66-X
420 Seiten, Leinen gebunden,
170 mm x 240 mm
980 Gramm
Erschienen November 2006